Internationaler Tag der Feuchtgebiete: Österreich

06/02/2001

austria.gif (1599 bytes)BUNDESMINISTERIUM FÜR LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT UMWELT UND WASSERWIRTSCHAFT

Presseaussendung, 31. Jänner 2001

Welttag der Feuchtgebiete wird am Freitag zum 30. Mal begangen

Nominierung des Lafnitztals als elfte österreichische Nominierung zur internationalen Ramsar-Schutzkonvention in Sichtweite

Wien (BMLFUW) - Übermorgen, Freitag, wird zum 30. Mal der Welttag der Feucht-gebiete begangen. Er erinnert an die Unterzeichnung des internationalen Abkommens zum Schutz und zur Erhaltung von Feuchtgebieten, das am 2. Feber 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnet wurde. Dem Schutz dieser Konvention unterliegen weltweit mitt-lerweile schon 1.050 Fluss-, See-, Moor- und Aulandschaften, zehn davon in Österreich. Ein elftes Gebiet, nämlich die Lafnitz-Auen im steirisch-südburgenländischen Grenz-gebiet, dürfte voraussichtlich noch heuer nominiert werden. Die Vorarbeiten, die von der Steiermark und dem Burgenland durchgeführt werden, sind schon weit gediehen.

Weltweit haben 123 Vertragsparteien das Ramsar-Übereinkommen unterzeichnet. Die 1.050 nominierten "Feuchtgebiete internationaler Bedeutung" umfassen insgesamt eine Fläche von 787.000 Quadratkilometern. 644 Ramsar-Gebiete liegen in Europa.

Österreich ist der Konvention 1983 beigetreten und hat bisher zehn Gebiete mit einer Gesamt-fläche von mehr als 1.150 Quadratkilometern nominiert:

  • den Neusiedler See mit dem Seewinkel (Burgenland)
  • die Donau-March-Auen (Niederösterreich)
  • die Untere Lobau (Wien)
  • die Stauseen am Unteren Inn (Oberösterreich)
  • das Rheindelta am Bodensee (Vorarlberg)
  • das Sablatnig-Moor (Kärnten)
  • das Pürgschachen-Moor (Steiermark)
  • das Rotmoos im Fuscher Tal (Salzburg)
  • das Hörfeld (Kärnten/Steiermark) und
  • die Teich- und Moorlandschaft des Waldviertels (Niederösterreich).

In den meisten Gebieten wurden Nationalparke oder Naturschutzgebiete eingerichtet.

In ihrem Bestand gefährdete Ramsar-Gebiete werden in der so genannten "Montreux-Liste" geführt, die derzeit 59 Objekte umfasst. Eines dieser gefährdeten Gebiete sind auch die öster-reichischen Donau-March-Thaya-Auen, die unter anderem durch einen Bau des Donau-Oder-Elbe-Kanals massiv in Mitleidenschaftgezogen würden.

Wildromantisches Lafnitztal im steirisch-burgenländischen Grenzgebiet ist bald Österreichs Ramsar-Gebiet Nr. 11

Das Lafnitztal, das bald Österreichs elftes Ramsar-Gebiet sein dürfte, trennt die Oststeiermark und das Südburgenland. Die Wildflusslandschaft erstreckt sich von den Orten Lafnitz und Neustift im Norden etwa 50 Kilometer entlang der Lafnitz und des Stögersbachs bis nach Fürstenfeld im Süden. Das Schutzgebiet, das der Ramsar-Konvention unterliegen soll, umfasst nicht nur den Fluss selbst, sondern auch die angrenzenden Überschwemmungsgebiete und dessen Wiesen im Talboden. Zwei bestehende Naturschutzgebiete bei Deutsch Kalten-brunn und Wolfau sollen integriert werden. Mit rund 3.000 Hektar wäre das Lafnitztal Öster-reichs viertgrößtes Ramsar-Gebiet.

Die Bundesländer Steiermark und Burgenland haben die fachlichen Arbeiten zur Abgrenzung des Gebiets abgeschlossen. Nun folgen Gespräche mit Grundeigentümern und Bevölkerung. Damit könnte es noch heuer zur Auszeichnung dieser einmaligen Landschaft als Ramsar-Gebiet kommen. Seit mehreren Jahren werden an der Lafnitz wichtige Naturschutzprojekte mit finanzieller Beteiligung des Bundes, der Länder Steiermark und Burgenland sowie der EU durchgeführt. In Loipersdorf-Kitzladen wurde im Vorjahr das erste österreichische Ramsar-Informationszentrum eröffnet. Ein Besucherleitsystem ist ebenfalls in Ausarbeitung. Mit Unterstützung der EU wird derzeit ein Projekt zur Rinderhaltung auf den Feuchtwiesen durchgeführt.

Rückfragehinweis für Journalisten: Ministerbüro, Dr. Gerhard Popp, 01 / 71100 - 6703


Presseaussendung 2. Feber 2001

Österreich, Slowakei und Tschechien wollen March und Thaya gemeinsam schützen

23.000 Hektar große March-Thaya-Auen sollen zu grenzüberschreitendem "Feuchtgebiet internationaler Bedeutung" erklärt werden

Wien/Pressburg (BMLFUW) - Die March-Thaya-Auen in Österreich, der Slowakei und Tschechien sollen zu einem gemeinsamen, länderübergreifenden Schutzgebiet gemäß dem weltweiten Ramsar-Abkommen zur Erhaltung von Feuchtgebieten erklärt werden. Das haben Vertreter der Umweltministerien der drei Staaten heute, Freitag, in Pressburg vereinbart. Ein entsprechendes Übereinkommen soll im Laufe des Jahres unterzeichnet werden. Der heutige 2. Feber wird übrigens zum 30. Mal als Welttag der Feuchtgebiete begangen.

In den drei Staaten existiert schon jeweils ein Ramsar-Gebiet in den March-Thaya-Auen. Die österreichischen Flächen umfassen 130 Quadratkilometer, die slowakischen und tschechischen jeweils 50. Nun sollen die drei aneinander grenzenden Gebiete zu einem länderübergreifenden Ramsar-Gebiet vereint werden.

Im Abkommen der drei Staaten sollen die gemeinsamen Ziele zur Erhaltung der Auenlandschaft festgehalten werden. Geplant sind unter anderem die Zusammenarbeit bei Naturschutzprojekten, gemeinsame Richtlinien für die Betreuung des Gebiets und Einrichtungen zur Information der Besucher.

Das künftige länderübergreifende Ramsar-Gebiet beginnt im Süden beim Zusammenfluss von Donau und March bei Hainburg/Pressburg und erstreckt sich auf österreichischer Seite in nörd-licher Richtung über Angern und Hohenau bis Bernhardsthal. In der Slowakei reicht es etwa bis Hodonin, in Tschechien bis in die Region um Poherelice und Mikulov.

Die Ramsar-Konvention, die am 2. Feber 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnet wurde, dient dem Schutz und der Erhaltung von international bedeutsamen Feuchtgebieten. Dem Abkommen unter-liegen weltweit 1.050 Fluss-, See-, Moor- und Aulandschaften, zehn davon in Österreich. Ein elf-tes Gebiet, die steirisch-südburgenländischen Lafnitz-Auen, dürfte noch heuer nominiert werden.

Die 1.050 Gebiete umfassen insgesamt eine Fläche von 787.000 Quadratkilometern. 644 Ramsar-Gebiete liegen in Europa. Erst zwei davon erstrecken sich auf drei Staaten: Eines haben Deutsch-land, die Niederlande und Dänemark am Wattenmeer bei Wilhelmshaven eingerichtet, das zweite liegt an den Prespa-Seen im Dreiländereck von Griechenland, Albanien und Mazedonien.

In ihrem Bestand gefährdete Ramsar-Gebiete werden in der so genannten "Montreux-Liste" geführt, die derzeit 59 Objekte umfasst. Eines dieser gefährdeten Gebiete sind auch die March-Thaya-Auen. Sowohl die Errichtung des Donau-Oder-Elbe-Kanals als auch andere Bauprojekte würden dieses wertvolle Ökosystem in den drei Anrainerstaaten massiv in Mitleidenschaft ziehen.

Rückfragehinweis für Journalisten: Ministerbüro, Dr. Gerhard Popp, 01 / 71100 - 6703

PRESSE UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UMWELT

A-1010 Wien, Stubenbastei 5, Telefon (+43 1) 515 22, Telefax (+43 1) 515 22-5000, homepage: www.lebensministerium.at   DVR 0441473; Bank PSK 5060007, UID ATU 37979906

Back to top
Follow us 
Ramsar Awards 

The Convention today

Number of » Contracting Parties: 168 Sites designated for the
» List of Wetlands of
International Importance
2,187 Total surface area of designated sites (hectares): 208,608,257

Ramsar Secretariat

Rue Mauverney 28
CH-1196 Gland, Switzerland
Tel.: +41 22 999 0170
Fax: +41 22 999 0169
E-Mail: ramsar@ramsar.org
Map: click here

Ramsar Forum: subscribe