World Wetlands Day 2006 in Austria

23/02/2006

Salzlebensräume in Österreich?
(2.2.2006) Dass Strandwiesen und Salzgewässer an Küsten vorkommen, steht außer Frage. Aber Salzlebensräume in Österreich, hunderte Kilometer vom Meer entfernt?

Aquatische und terrestrische Salzstandorte zeichnen sich durch seltene Tier- und Pflanzenarten aus. Salzböden haben aber einen geringen ökonomischen Wert. Sie gelten in der Landwirtschaft als Ödland und wurden deswegen gerne für Bauvorhaben herangezogen. Jeder Quadratmeter, der verloren geht, verkleinert jedoch die Überlebenschancen für Arten, deren Lebensgrundlage Salzlebensräume sind. Alle Salzpflanzen Österreichs und viele der salzbodenbewohnenden Tierarten sind bereits auf der Roten Liste gefährdeter Arten zu finden. Das Umweltbundesamt will mit seinem neuen Buch „Salzlebensräume in Österreich“ das Interesse der Leser für diese einzigartigen Lebensräume wecken. Es soll dazu beitragen, dass der Schutz von Salzlacken und Salzwiesen ein echtes Anliegen wird.

Das reich bebilderte Buch ermöglicht Einblicke in die faszinierende Welt dieser aquatischen und terrestrischen Lebensräume, deren Bestand es zu schützen gilt.

Der Schwerpunkt der österreichischen Salzstandorte liegt im Umfeld des Neusiedler Sees. Bei den zahlreichen Sodalacken des Seewinkels sowie an einzelnen Uferabschnitten des Neusiedler Sees fallen salzverkrustete, offene Bodenstellen auf. Hier findet man auch die charakteristische Salzvegetation. Diese setzt sich aus einigen wenigen, aber spezialisierten Arten zusammen. Kleinräumige Salzstandorte kann man aber auch in Niederösterreich entdecken, wie etwa südlich der Ortschaft Baumgarten an der March.

Im Buch werden die vielfältigen Toleranz- und Anpassungsstrategien der salzbodenbewohnenden Arten beschrieben, die es den Arten ermöglichen, die unwirtlichen Lebensraumbedingungen zu meistern. Salzstandorte sind extreme Lebensräume: Sie werden von der Sonne aufgeheizt, trocknen aus, verkrusten mit Salz und werden dann wieder vom Wasser überstaut, wachsen zu und werden wieder aufgerissen. Die hier lebenden Arten erscheinen auf den ersten Blick unspektakulär, aber sie können zu Recht als Spezialisten bezeichnet werden!

Österreich ist gemäß Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft verpflichtet, Salzlebensräume zu schützen. Dafür sind effektive Managementmaßnahmen erforderlich; diese werden zum Teil schon durchgeführt. Mit dem Flächenschutz alleine können aber oft nicht alle Probleme gelöst werden. Die Autoren weisen darauf hin, dass auch die Veränderung der lebensraumtypischen Bedingungen eine große Gefahr darstellt, wie z.B. Grundwasserabsenkung und Überdüngung.

Die Ramsar-Konvention

Jedes Jahr wird der 2. Februar als Weltfeuchtgebietstag gefeiert. Dieser Tag soll an die Unterzeichnung der Konvention über Feuchtgebiete am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar erinnern und auf die Vielfalt von Flüssen, Mooren und Seen hinweisen. 2006 steht der Weltfeuchtgebietstag unter dem Motto: "In the face of poverty . . . wetlands are lifelines“. Das vom Umweltbundesamt herausgegebene Buch „Salzlebensräume in Österreich“ ist ein Beitrag zur Erhaltung der Salzlacken Österreichs.

Wolfram G., Zulka K. P., Albert R., Eder E., Fröhlich W., Holzer T., Mazzucco K., Sauberer N., Rabitsch W., Oberleitner I., Korner I. (2006): Salzlebensräume in Österreich. Umweltbundesamt, Wien: 216 S.

Das Buch „Salzlebensräume in Österreich“ ist im Umweltbundesamt kostenlos erhältlich, das Porto zahlt der Empfänger. Um schriftliche Bestellung per » E-Mail oder per Fax 01-31304-3700 Herr Bernhard Gröger wird ersucht!

http://www.umweltbundesamt.at/presse/lastnews/newsarchiv_2006/news060202/

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