Internationaler Tag der Feuchtgebiete: Deutschland

06/02/2001

germany.gif (1012 bytes)NABU-Pressestelle, Tel. 0228-4036-141, Fax 0228-4036-206
E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Jürgen Maaß, Bernd Pieper (ViSdP),

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P R E S S E D I E N S T ---- Nr. 16/01 ---- 01. Februar 2001

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Umwelt/Naturschutz
Internationaler Tag der Feuchtgebiete
NABU fordert besseren Schutz für Wasservögel und ihre Lebensräume

Bonn --Anlässlich des internationalen "World Wetlands Day" am 02. Februar und des 30jährigen Jubiläums der internationalen Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten hat der Naturschutzbund NABU zu einem besseren Schutz von Feuchtgebieten aufgefordert. "Mit der Wahl des Haubentauchers zum Vogel des Jahres 2001 hat der NABU den Finger in die Wunde des Feuchtgebietsschutzes in Deutschland gelegt", so NABU-Experte Claus Mayr. Zwar weisen die meisten Wasservogelarten in Deutschland mittlerweile wieder stabile Populationen auf, andererseits sind aber einige Arten durch fortschreitenden Lebensraumverlust oder die Nachstellung des Menschen immer noch stark bedroht. "Vor allem Fischfresser wie Haubentaucher, Kormoran und Gänsesäger werden als vermeintliche Konkurrenten des Menschen immer noch verfolgt, den meisten Wasservögeln macht aber vor allem die Freizeitgesellschaft Probleme", so Mayr.

Der NABU fordert daher vor allem eine verstärkte Ausweisung von Schutzgebieten. Erst die Hälfte der in Deutschland infrage kommenden bedeutenden Feuchtgebiete seien als Ramsar-Schutzgebiete gemeldet. Zudem habe Deutschland im Gegensatz zu anderen Mitgliedstaaten der EU wie Dänemark (97 Prozent) oder Belgien (79 Prozent) erst etwa 40 Prozent der Gebiete, die die fachlichen Kriterien der EG-Vogelschutzrichtlinie erfüllen, offiziell als Vogelschutzgebiet (sog. "Special Protection Area", SPA) gemeldet. "Wie bei der FFH-Richtlinie sind auch in diesem Fall die Bundesländer mit in der Verantwortung, da sie die Gebiete hätten auswählen müssen. Aber Länder wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern haben viel zu wenig Vogelschutzgebiete benannt und riskieren damit Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof", so Mayr. Neben der Unterschutzstellung bedeutender Feuchtgebiete fordert der NABU auch die Einrichtung von Schutzzonen für Wasservögel. "Schon ein einziger Surfer kann jetzt im Winter bis zu 90 Prozent der rastenden Wasservögel vertreiben, aber eine räumliche Trennung kann die Konflikte zwischen Naturschutz und Wassersport lösen", so Mayr.

Für Rückfragen: Claus Mayr, NABU-Naturschutzreferent EU/Internationales, Tel. 0228-4036-166 oder 0171/796 05 35

Hintergrundpapiere zum Haubentaucher sowie zu Ramsar-Konvention und EGVogelschutzrichtlinie sind in der Pressestelle abrufbar, Tel. 0228-4036-141.

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